Chorleiter

Friedemann Schulz

  • Wohnort

    Dresden

  • geboren

    06. September 1967

  • Geburtsort

    Görlitz

Ausbildung

  • 1977 – 1986
    Kreuzschule, Gymnasium und Kreuzchor Dresden
  • 1988 – 1993

    Orchesterdirigieren, Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
    Abschluss: Diplom
    (musikalische Betreuung der Reise des Orchesters der Spezialschule für Musik Dresden nach Annecy/Frankreich)

  • 2008 – 2010

    Fernstudium Kirchenmusik, Hochschule für Kirchenmusik Dresden
    Abschluss: C-Kantor

Beruflicher Werdegang

  • 1993 – 1998

    Kapellmeister
    Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

  • 1998 – 2004

    Kapellmeister
    Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz

  • 2004 – 2005

    Chordirektor
    Staatstheater Kassel

  • 2005 – 2008

    Kapellmeister/Chordirektor
    Theater Nordhausen

  • 2010 – 2018

    Kapellmeister/Chordirektor
    Theater Plauen-Zwickau

  • seit 2019

    selbstständig

Pädagogische Tätigkeiten

  • 2004 – 2006

    Musikalischer Leiter
    Jugendblasorchester Thum

  • 2008 – 2010

    Musikalischer Leiter
    Schulorchester und -chor am Evangelischen Gymnasium Erzgebirge (heute Ev. Schulgemeinschaft), Annaberg-Buchholz

  • 2019

    Musikalischer Leiter und Moderator eines Schülerkonzertprojektes zu Beethoven
    Kreismusikschule des Erzgebirgskreises, Annaberg-Buchholz

  • seit 2009

    Klavierlehrer, Gesangslehrer, Korrepetitor
    Kreismusikschule des Erzgebirgskreises, Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg

Weitere berufliche Projekte

  • 1990 – 1992

    Musikalischer Leiter des Orchesters „medicanti“ Dresden
    Medizinische Fakultät der TU Dresden

  • 1997

    Musikalischer Leiter des „Weihnachtsoratoriums“ von J. S. Bach
    Maria-und-Martha-Kirche Bautzen

  • 2004

    Chorgast und Assistent der Chinatournee
    Dresdner Kammerchor

  • Musikalischer Leiter der Opernproduktion „Zar und Zimmermann“ von A. Lortzing
    Städtische Theater Chemnitz

  • 2008 – 2010

    Kantor
    Stadtkirche Mittweida

  • 2009 – 2017

    Sologesang: Evangelist/Tenorpartie in sämtlichen Passionen von Heinrich Schütz
    Passionskonzert zum Karfreitag in den Kirchen Buchholz und Sehma (Erzgebirge)

  • Solistische Mitwirkung als Sänger
    Adventsmusiken in der St. Johanniskirche Scheibenberg (Erzgebirge)

  • seit 2014

    Kantorendienste als Organist/Chorleiter
    St. Christophorus Kirchgemeinde Tannenberg (Erzgebirge)

  • 2020

    Musikalischer Leiter des „Weihnachtsoratoriums“ von J. S. Bach, Kantaten 4 bis 6
    St. Laurentiuskirche Geyer (Erzgebirge)

Gründer und ehemaliger Chorleiter

Peter Fanger

In der Nacht zum 25. Oktober 2020 ist Peter Fanger nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren in Dresden gestorben.
„Der Dirigent Peter Fanger ist nicht der Pultstar gewesen, um den sich Scharen von Jüngern versammelt hätten. Aber er ist dennoch von sehr vielen Menschen gekannt und hoch geschätzt worden. Ein Künstler, der mit Kontinuität, Können, Zuverlässigkeit und Vision dort gearbeitet und gewirkt hat, wo es darum geht, Musik zu den Menschen zu bringen, Ensembles durch schwierige Zeiten zu steuern und sie dadurch in ihrer Existenz und in ihrem Wirken für das Publikum zu sichern. Die sächsische Musiklandschaft hat Peter Fanger sehr viel zu verdanken.“
(aus dem Nachruf mit dem Titel „Souveränität und Charisma“ von Kerstin Leiße, erschienen in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.10.2020)


Die Lücke, die jetzt ist ...

Peter Fanger verstarb am 25.10.2020

Peter Fanger ist tot.
Und es gibt nichts, was die Lücke beschreiben kann,
die jetzt dort ist, wo er vor einem halben Jahr noch stand.

Eigentlich wollte er alt werden und für uns stand außer Frage, dass er das auch wird und ihm irgendwann einmal während des Dirigats der Taktstock aus der Hand fällt. Wir haben uns geirrt.
In den letzten Wochen hat er sich oft die Frage gestellt, ob es reichen wird, was er gegeben hat, ob er etwas hinterlässt und er hatte Angst, es wäre zu wenig. Wir hoffen, wir konnten ihm diese Angst nehmen, denn allein der Chor „Camerata Cantorum“ ist Vermächtnis genug.
Was haben wir verloren? Einen wunderbaren Chorleiter, der mit und für Musik lebte. Einen vor Energie sprühenden, warmherzigen, manchmal ungeduldigen, dickköpfigen, aber immer optimistischen Menschen, der während jedes Auftritts uns zulächelte, uns ermutigte und sich über gelungene Stellen freute. Er war der „Papa“, die Seele und der Motor des Chores. Es gab einige, die nur seinetwegen kamen und viele, die seinetwegen blieben. Er hatte Visionen und immer wieder neue Ideen. Die Zeit hat nicht für alles gereicht.

Was bleibt? Er hinterlässt diesen Chor, eine Gemeinschaft von Sängern aller Altersklassen, die es ohne ihn nicht geben würde und die dank ihm in den vergangenen neun Jahren qualitativ gewachsen ist und ein großes Repertoire hat.
Wir werden weiterbestehen und die Lieder, die er auswählte, weitersingen, zuerst mit Wehmut und Trauer, aber bald wieder mit Freude und Zuversicht und immer mit Dankbarkeit für die Zeit, die wir mit Peter Fanger hatten.

geschrieben am 26. Oktober 2020


Peter Fanger, geboren 1946 in Berlin, begann zunächst mit dem Klavierspiel und studierte nach dem Abitur im Fach Chordirigieren bei Prof. Fritz Höft an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Anschließend arbeitete er als Chorassistent am Deutschen Nationaltheater Weimar. Während dieser Zeit absolvierte er an der Hochschule „Franz Liszt“ in Weimar ein Orchesterdirigierstudium bei Prof. Olaf Koch.

Ein erstes Engagement als Kapellmeister führte ihn zur Suhler Philharmonie mit dem Auftrag zur Gründung einer Singakademie. Außerdem leitete er das Kammerorchester der Technischen Hochschule Ilmenau. Es folgte 1983 ein Engagement am Kleist-Theater Frankfurt/Oder als Chordirektor mit Dirigierverpflichtung. In dieser Zeit übernahm er auch des öfteren Einstudierungen und Produktionen mit dem Rundfunkchor Berlin. 1984 gründete Peter Fanger das Collegium Musicum mit Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Frankfurt.

1987 wurde Peter Fanger zum Chefdirigenten der Riesaer Symphoniker berufen. Durch Orchesterfusionen mit dem damaligen Staatlichen Orchester Sachsen und später mit dem Sinfonieorchester Pirna entstand die heutige Neue Elbland Philharmonie. 1993 erfolgte seine Ernennung zum Generalmusikdirektor. Mit dem Orchester unternahm er zahlreiche Tourneen im In- und Ausland. Er selbst gastierte als Dirigent in Rumänien, Polen, Tschechien und bei vielen Orchestern in Deutschland, wie z.B. der Dresdner Philharmonie, den Münchner Symphonikern, dem Saarländischen Jugendorchester, der Jenaer Philharmonie, der Thüringen Philharmonie Gotha sowie der Staatskapelle Schwerin. 2006 beendete er seine Tätigkeit als Chefdirigent der Neuen Elbland Philharmonie. Anschließend übernahm er zeitweise eine Professur an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden, wo er als musikalischer Leiter der Opernklasse arbeitete.

Seit Februar 2010 ist Peter Fanger freiberuflich tätig. Er übernahm aushilfsweise Proben beim Chor der Frauenkirche Dresden und arbeitete daneben in der Musical-Werkstatt „Oh-Töne“ in Dresden als Korrepetitor und Chordirigent.

Nach dem plötzlichen Tod von Kantor Matthias Backhaus übernahm er im Dezember 2009 die musikalische Leitung des Chores „Concentus vocalis St. Lucas“ an der Lukaskirche in Dresden. Im Januar 2010 wurde er mit der Leitung des Gospelchores an der Lukaskirche betraut. Die Tätigkeit an der Lukaskirche bei beiden Chören endete im Juli 2011. Seit dem Herbst 2011 Übernahme der Proben des Sinfoniechores der Semperoper Dresden.

Im September 2011 gründete Peter Fanger den Kammerchor Camerata Cantorum, den er seither leitet.

 

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